Der Wärmehaushalt des Zweitaktmotors

Bei der Verbrennung entstehen im Brennraum Temperaturen bis 2500°C. Nur ein relativ geringer Teil der bei der Verbrennung entstandenen Wärmemenge wird in Leistung umgewandelt. Ein großer Teil der entstandenen Wärmemenge gelangt durch den offenen Auslassschlitz in das Auspuffsystem. Ein weiterer Anteil Wärme wird über die Brennraumwände und die Zylinderwand in den Metallkörper des Zylinders geleitet und muss an die Umgebungsluft abgegeben werden. Zwei bekannte Möglichkeiten dazu sind die direkte Ableitung über entsprechend dimensionierte Kühlrippen, die im Fahrtwind stehen bzw. von einem Ventilator angeblasen werden oder indirekt über ein Flüssigkeits-Kühlsystem. Ein weiterer Anteil Wärme wird über den Kolbenboden in das darunterliegende Kurbelgehäuse weitergeleitet. Auch die fest mit dem Arbeiszylinderverbundenen Baugruppen wie Vergaser und Zündung werden durch die Verbrennungswärme aufgeheizt bzw. müssen vor der Erwärmung geschützt werden.
Bei einem Zweitaktmotor gelangt das angesaugte Benzin-Luftgemisch vom Ansaugtrakt in das Kurbelgehäuse und nach der Vorverdichtung durch die Überströmkanäle in den Arbeitsraum des Motors. Dabei heizt sich dieses Gemisch auf und verliert an Dichte. Der Füllungsgrad des Motors wird geringer und daraus resultiert ein geringerer Wirkungsgrat und am Ende eine geringere Leistungsabgabe des Motors. Aber dieser Frischgasstrom entzieht dem aufgeheizten Motor Wärme und wirkt damit als innere Kühlung. Ein neuralgischer Punkt ist das sich bildende Wärmepolster unter dem Kolbenboden. Moderne Zweitaktmotoren haben für die Ableitung dieser Wärme in der Kolbenwand direkt unter dem Kolbenring zusätzliche Überströmkanäle. Dieser Frischgasstrom schmiert auch das obere Pleuellager und verbessert die Zylinderfüllung.
Es müssen also unter anderen konstruktive Lösungen zur Wärmeisolierung und Kühlung des Vergasers und des Kurbelgehäuses geschaffen werden. Weitere Lösungen, wie sie z.B. im Rennsport schon angewendet worden sind: - Unterkühlung des Kraftstoffes beim Tanken, - Tankkühlung bzw. Wärmeisolierung, - Kühlung der Ansaugluft.
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