Zenoah Motoren (Offroad/Onroad M = 1:5 und 1:6)

Hilf dir selbst …

Für das Bedürfnis selbst etwas zu tun gibt es im Hobby Modellsport viele vertretbare Gründe:
- Das Hobby wird mir zu teuer…
- Das mach ich selbst, denn so schwierig wird es ja nicht sein…
- Der Modellbau soll beim Rennsport nicht zu kurz kommen…
Diese oder andere Gründe führen dazu, dass immer wieder Modellsportler versuchen ihre Motoren selbst zu tunen. Dabei ist sicher auch schon viel Schaden angerichtet worden oder das Ergebnis entsprach nicht den Vorstellungen.
In der Tuningszene hat sich ein Trend entwickelt,Tuning- Set´s (-Zylinder mit Kolben-,-Motorgehäuse mit Kurbelwelle-oder -externe Zündanlagen- bzw. Bauteile wie Kolben, Kurbelwelle, Lüfterrad, und Vergaser) schon fertig bearbeitet anzubieten. Diese werden im Fachhandel oder von den Tunern selbst angeboten und sollten eigentlich als Ersatz für verschlissene Teile verwendet werden. Aber mit diesen Tuning- Set´s lässt sich auch sehr preiswert, mit Zuhilfenahme von Zenoah Standard-Ersatzteilen, ein leistungsfähiger Tuningmotor selbst aufbauen. Damit Schaden vermieden wird möchte ich für ungeübte Bastler einige Hinweise geben.
1. Das Motorgehäuse sollte im Bereich der Überströmkanäle an den getunten Zylinder angepasst werden (Bild1). Dazu verwendet man z.B. einen Dremel mit dem dazu passenden Radiusfräser D 8 mm (Bild 2). Das Kurbelwellenlager ist sorgfältig vor Verschmutzung zu schützen ( Bild 3 ). Für die Beurteilung der Übergänge Gehäuse/Zylinder schraubt man eine Gehäusehälfte an den Zylinder natürlich ohne Kurbelwelle (Bild 4). So lässt sich eine Seite gut beurteilen. Mit der anderen Gehäusehälfte verfährt man anschließend genau so und beurteilt die zweite Seite.
2. Die Kurbelwelle der Zenoah Standardmotore ist relativ ungünstig ausgewuchtet (< 50% bezogen auf die Massenkraft der hin- und hergehenden Teile (Standardkolben ~28g Kolbengewicht). Um eine bessere Leistungsentfaltung des Motors zu erzielen sollte die Kurbelwelle neu gewuchtet werden (70% bis 75% bezogen auf den Tuningkolben ~17g bis 22g Kolbengewicht). Das Auswuchten wird durch Abtragen von Material auf der Pleuellagerseite der Kurbelwangen erreicht (Bild 7), dabei verringert sich die Vorverdichtung geringfügig. Eine weitere Möglichkeit ist das Einbringen von Schwermetallteilen (z.B. Wolframmetall) in die Kurbelwangen gegenüber dem Pleuellager. Diese Aufgaben sollten einen Fachmann übertragen werden. Es gibt auch hierfür schon von verschiedenen Tunern Angebote.
3. Wenn Teile von einem bereits gebrauchten Motor verwendet werden, sollten diese gründlich gereinigt und auf Brauchbarkeit geprüft werden. Die Kurbelwellenlager und Dichtringe sind zu erneuern ( Keramikkugellager sind bezogen auf ihre Reibungswerte im Tuningmotor immer die bessere Wahl ). Bei der Montage muss absolute Sauberkeit herrschen. Als Sicherungsringe für den Kolbenbolzen sind bei jeder Motormontage Neuteile einzubauen. Um sicherzustellen dass die Sicherungsringe richtig in ihrer Nut sitzen legt man den Kolben auf eine Holzunterlage. Dann schlägt man den Kolbenbolzen mit einem passenden Dorn in beiden Richtungen leicht gegen den Sicherungsring. Zur Optimierung der Verdichtung sind verschieden starke Zylinderfußdichtungen erhältlich oder lassen sich aus geeignetem Material selbst anfertigen. Der Quetschspalt zwischen Kolbenboden und Brennraum sollte minimal 0,2 mm betragen. Auf keinen Fall darf beim Durchdrehen von Hand ein metallischer Widerstand spürbar sein. Der Standard-Isolierflansch für die Aufnahme des Vergasers ist sehr verzugsempfindlich. Er sollte durch einen geeigneten Tuning-Isolierflansch ersetzt werden. Die Drosselklappenwelle im Vergaser ist ein Verschleißteil. Hat sie bereits Spiel muss sie erneuert werden.
Wenn alle Arbeiten erfolgreich erledigt sind, wünsche ich viel Spaß beim Einfahren des Motors und danach viele schöne Stunden mit dem Tuningmotor beim Hobby Modellsport.
Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5 ( ausgewuchtete Kurbelwelle )
Bild 5 ( Tuningkolben HH+ )
Bild 6 ( Tuning-Set Gehäuse/Kurbelwelle )
Druckversion Druckversion | Sitemap
Diese Homepage wurde von Heinz H Leipzig erstellt